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Sauacker. Von Tobias Müller

Der Film „Sauacker“ erzählt vom harten Leben auf dem Lande Der 30-jährige Philipp lebt und arbeitet auf dem Hof seiner Eltern im schwäbischen Sigmaringen. Seit fast 300 Jahren ist der Hof in Händen der Familie, solche Tradition drückt und die wirtschaftliche Lage ist schlecht. (Noch in der Mediathek von ARD und SWR)
Ein Bauernhof in Schwaben. Während rundherum ein Bauer nach dem andern seinen Hof aufgegeben hat, versuchen die Kienles ihn zu erhalten. Philipp arbeitet Vollzeit in der Fabrik und nebenbei noch als Hausmeister, der alte Bauer Konrad trägt frühmorgens Zeitungen aus. Allein von der Landwirtschaft können sie nicht leben.

Genau das aber will Philipp erreichen. Er will alles anders machen, stößt jedoch bei seinem Vater auf einen harten Gegenspieler. Dieser Konflikt durchzieht den Film, alle Beteiligten stehen ihn mit Anstand durch, verlieren dabei ihre Herzlichkeit nicht. Dem Protagonisten geht einiges schief. Die Freundin mag lieber malen als melken und verschwindet bald wieder, die Banken wollen genaue Finanzierungspläne, die Philipp nicht hat und die veraltete Technik macht ständig Schwierigkeiten. Am Ende übergibt der Vater den Hof seinem Sohn an dessen 30. Geburtstag, es gibt Sektfrühstück und jede Menge offener Fragen.

Tobias Müller bleibt mit seinem Film nahe an den Protagonisten dran, dreht fast ein Kammerspiel mit zwei Protagonisten, die sich nichts schenken, nicht an Härte und nicht an Zuneigung. Sicht- und spürbar wird der wirtschaftliche Druck, der auf der Landwirtschaft lastet. Handwerklich hat der Film einige Mängel. So fuhrwerkt er zwischen den Jahreszeiten hin und her, ausgerechnet in einem Film über eine bäuerliche Familie, in der der Wechsel der Jahreszeiten taktgebend ist. Und einige Fragen werden auch bloß angerissen, aber nicht weiter verfolgt. Als Bio-Bauer möchte Philipp vorankommen, das wird als Idee mal ausgebreitet und mit dem Vater diskutiert – und dann nicht wieder aufgenommen.

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