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Highlights: Grimmepreise, Syrien und immer noch ein Diskussionsbeitrag.

Drei Dokumentarfilme kamen in diesem Jahr zu Grimmepreis-Ehren. Zum Nachlesen die Jurybegründungen. Dazu ein Arte-Thementag über Syrien. Das sind die Schwerpunkte für die kommende Woche.

Die Grimmepreise sind am 09.03.2016 bekannt gegeben worden. Im Preispaket der Jury „Information und Kultur“ sind drei klassische Dokumentarfilme ausgezeichnet worden. Hier die Begründungen der Jura: „Die Folgen der Tat“ von Julia Albrecht und Dagmar Gallenmüller, der Film erzählt, welche Folgen der Mordanschlag von Susanne Albrecht auf Jürgen Ponto 1977 auf das Weiterleben der Familie hatte.“. In „Vom Ordnen der Dinge“ erzählen Jörg Haaßengier und Jürgen Brügger von Menschen, die in ihrem Leben immerzu ordnen müssen – und damit auch neue Wirklichkeiten schaffen. Und in“Göttliche Lage“ schildern Ulrike Franken und Michael Loeken, wie aus Industrieland Freizeitpark wird und sich soziale Wirklichkeiten neu ordnen müssen.

(Zur Erläuterung: Ich war Mitglied der Jury „Information und Kultur“)

Der Themenabend „Syrien“ von Arte am Di, 15.03. ist von großer Aktualität. Allmählich lichten sich auch die Nebel um den IS ein wenig, nicht nur durch Dokumente, die an die Öffentlichkeit kommen, auch durch Filme. „Inside Rakka: IS-Deserteure packen aus“ ist der Hauptfilm dieses Themenabens (21.00-21.55), darauf folgt „Vermisst! Syriens geheime Kriegswaffe“, dann der schon häufiger gezeigte Film „Homs – Ein zerstörter Traum“ (23.00 – 00.30) , dann „Selbstporträt Syrien“ von Osama Mohammed und Wiam Simav Bedirxan, eine Reflexion des syrischen Schicksals aus dem Exil heraus erzäht, ein filmisches Gedicht, wenn man so will (00.30-02.05) und abschließend „Jenseits von Syrien“ (02.05-03.00). Ergänzend dazu auf Phoenix am Do, 17.03. um 20.15 „Im Nebel des Krieges“, eine Reportage von Ashwin Rahman entlang der Frontlinien zum ‚Islamischen Staat‘

Vom Frauentag aus der Vorwoche sozusagen noch in Kraft geblieben ist „The Power of Women“, inzwischen in den Mediatheken von Arte und WDR. Kathrin Schuster stellt den Film vor. Von der Gewalt gegen Frauen handelt „Voices of Violence“, der am 10.3.2016 in die Kinos gekommen ist – Heike Heinrich hat den Film schon gesehen.

Vermutlich noch länger in den Arthouse-Kios wird „Landstück“ von Volker Koepp zu sehen sein. Der Film handelt von der Uckermarck, von großer Landschaft und großindustrieller Landwirtschaft. Stefan Reinecke hat in der taz sehr kenntnisreich über das Koepp’sche Bilder- und Geschichten-Universum geschrieben.

Aus den Wiederholungsschleifen des Fernsehens herausgefischt hat wolfsiehtfern in dieser Woche „Land in Sicht“ von Judith Keil und Antje Kruska, die in ihrem Film beobachten, wie Flüchtlinge in Deutschland auf eine andere Lebenswelt treffen – einer der zahlreichen Dokumentarfilme zum Thema Flüchtlinge, die im hysterisierten öffentlichen Disput leider gar nicht wirklich in ihrer Qualität wahrgenommen wurden (HR So 13.03.2016, 01.30-03.05; Phoenix Sa 12.03.2016, 22.30-00.05 und Do 17.03.2016, 02-15-03.50). Auch noch in den Mediatheken auffindbar ist der sehr schöne Film „Unser Deutschland – zwei Syrer auf Winterreise“ mit dem etwas anderen Blick auf Deutschland.

Wie immer nach undurchschaubaren Programmierungs-Kriterien hat ZDF-Info die 8-teilige Serie „Geheimes Kuba“ jetzt auch zu später Sendezeit noch einmal ins Programm gesetzt (D0 17.03.2016, ab 23.50) . Die Reihe ist viel besser als ihr blöder Titel, denn geheim ist in Kuba und in der kubanischen Geschichte gar nichts.

Aus den Wiederholungsschleifen hat wolfsiehtfern für diese Woche schließlich auch noch „Menachem und Fred“ herausgefischt, die Geschichte eines sehr gegensätzlichen jüdischen Brüderpaares ((HR, Do 17.03.2016, 00.10-01.40)

In der vergangenen Woche stand in der Rubrik „Im Übrigen bin ich der Ansicht“ eine Textstelle, in der es um die Differenz zwischen Dokumentation und Dokumentarfilm geht. Der Filmemacher Andreas Christoph Schmidt hat einige sehr lesenswerte Bemerkungen dazu – und natürlich wäre es schön, wenn diese Replik zu einer Diskussion führen könnte. Denn natürlich geht es in erster Linie um Qualität. Deshalb bleibt Schmidts Text hier noch ein Weilchen stehen.

Was sonst noch im Fernsehen läuft, findet sich in der Rubrik „was sonst noch läuft“, wie immer ohne jede Wertung, aus rein pragmatischen Gründen; es wäre zu viel zum Gucken.

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