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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass

sich Dokumentarfilme nicht zu verstecken brauchen, auch wenn die Sender sie immer wieder in nächtlichen Programmausbuchtungen verstecken. Einige haben wieder Preise und damit öffentliche Anerkennung bekommen.

Laura Poitras, die Autorin des Snowdon-Dokumentarfilms „Citizen four“, den zu zeigen die ARD sich sogar zu halbwegs anständiger Sendezeit getraut hat, ist in Hamburg mit dem Marion Dönhoff-Preis für internationale Verständigung ausgezeichnet worden. Und Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum, für so etwas immer zu haben, sprach davon, die Autoren habe mit „ihrer Zivilcourage und ihrer Bereitschaft, für ihre Überzeugungen ein hohes Risiko einzugehen“, ein Bespiel gesetzt.

Noch ein weiterer Film zum Thema wurde gekürt: „Jagd auf Snowdon – Wie der Staatsfeind die USA blamierte“ von John Goetz und Poul-Erik Heilbuth bekam den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen in der Kategorie „Dokumentarfilm. Der Film ist eine Koproduktion von NDR, WDR und Danmarks Radio und lief Anfang 2015 im Ersten.

Den Oscar hat „Citizen four“ schon im Vorjahr erhalten, inzwischen ist die neue Shortlist schon publiziert. Darauf zu finden ist der Film „We come as friends“ von Hubert Sauper. Der österreichischen Filmemacher stand seinerzeit schon im Oscar-Wettbewerb mit „Darwin’s Nightmare“ und unterlag damals dem konsumableren Tierdrama „Die Reise der Pinguine“. „We come as friends“ ist eine Reise in das Herz Afrikas, in den Sudan, in dem Augenblick, als das Land sich spaltet. Er war bisher in Deutschland noch nicht zu sehen.

Mal sehen, ob es diesmal mit dem Oscar klappt. Die Konkurrenz ist groß. Die weiteren Dokumentarfilme aus der Shortlist, von denen nur ganz wenige bisher in Deutschland gezeigt wurden: “Amy”, “Best of Enemies”, “Cartel Land”, “Going Clear: Scientology and the Prison of Belief”, “He Named Me Malala”, “Heart of a Dog”, “The Hunting Ground”, “Listen to Me Marlon”, “The Look of Silence” “Meru”, “3 1/2 Minutes, 10 Bullets”, “What Happened, Miss Simone?”, “Where to Invade Next,” “Winter on Fire: Ukraine’s Fight for Freedom”.

Und um dem Übrigen noch eines hinzuzufügen: im Übrigen arbeite ich nicht nur über Dokumentarfilm, sondern auch gelegentlich darüber hinaus über medienpolitische Themen. Vor drei Wochen ist bei der Otto-Brenner-Stiftung meine Studie erschienen: „Wir sind das Publikum. Autoritätsverlust der Medien und Zwang zum Dialog“. Kann bei der Otto-Brenner-Stiftung bestellt werden und ist auch im Netz abrufbar. Einen knappen Abriss zum Thema bietet ein Text in epd-medien, auch schon online auffindbar.

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