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TV „Freedom Bus“ von Fatima Geza Abdollahyan

Jetzt, da in Ägypten von Militärs regiert wird, mag es müßig erscheinen, einen Film anzusehen, der sich mit der Phase vor den Wahlen von 2011 befasst, die die inzwischen wieder gestürzten Muslimbrüder an die Macht gebracht hat. Und doch sieht man mit Gewinn diese Reise mit dem Demokratie-Bus durch Ägypten.

Die Idee ist einfach. Es müsse doch möglich sein, so der Ägypter Ashraf El-Sharkawy, der in Deutschland aufgewachsen ist, Propaganda für die Demokratie zu machen. Bloß die paar Grundideen: Medienfreiheit, Gewaltenteilung, Parteienvielfalt. Ashraf El-Sharkawy wird durch die Revolution auf dem Tahrir-Platz in Kairo auf die Idee gebracht: ein Bus, ein Zelt, Laptop und Beamer und eine kleine Gruppe Gleichgesinnter, so ziehen sie durchs Land, bauen ihr Zelt auf, sprechen Passanten an. Die Aktion zur Demokratie-Propaganda wird zum Teil auch vom deutschen Auswärtigen Amt finanziert wird, was den Autor in Ägypten durchaus in Schwierigkeiten bringt. Die iranischstämmige Filmemacherin Fatima Geza Abdollahyan hat die Tour begleitet und gedreht. Und anders als das Fernsehen, das immer nur die Bilder vom Tahrir geliefert hat, kommt hier die Kamera in die ägyptische Provinz, auf die Dörfer. Und es entsteht ein faszinierend vielschichtiges Bild des gesellschaftlichen Aufbruchs, der unterschiedlichsten Interessen, die hier aufeinanderstoßen, der heterogenen Bedürfnisse, Ängste und Hoffnungen. Man spürt hier noch einmal das demokratische Potential, das den arabischen Frühling freigesetzt hat und das sich jetzt wieder unter die politischen Verhältnisse geduckt hat.

Informationen zum Film: http://www.ifproductions.de/Projekte/FREEDOM-Bus;

 

 

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