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Highlights: Das Böse, die Magersucht und das Bienensterben

Keine großartigen Funde, wenig Neues, anders als in früheren Sommern scheinen in diesem Sommer Dokumentarfilme im Fernsehen keine größere Rolle zu spielen. Ein Überblick.

Wenig Dokumentarfilme? Aber dafür ist die ARD am Dienstag schon wieder im Spiel, diesmal mit „“Blick in den Abgrund – Profiler im Angesicht des Bösen“ von Barbara Eder (ARD, Di 14.07.2015 Uhr, 22.45 – 00.10 Uhr) . Die österreichisch-deutsche Coproduktion ist sachlicher als der etwas reißerische Titel verkündet. Und wer beim Thema bleiben will, der findet nahezu parallell auf Phoenix „Das Böse. Warum Menschen Menschen töten“ von Karin Jurschik (23.10-00.05 Uhr); dazu hier die Kritik.

Im Kino ist derzeit premierenarme Zeit. Nachzutragen ist hier „Seht mich verschwinden“ über Leben und Tod des magersüchtigen Models Isabelle Caro, eine eindrückliche Studie über eine Krankheit mit nicht nur individuellen Ursachen. Der Film wird vermutlich keine große Kinokarriere durchlaufen, sich aber möglicherweise noch einige Tage in arthouse-Kinos halten. Hier die Kritik.

Aus den Wiederholungsschleifen des Fernsehens lohnt es sich wieder, einige Filme herauszufischen. Da sind, in einer dankenswerten Retrospektive, immer noch „Die Kinder von Golzow“ von Barbara und Winfried Junge beim RBB (14.07.2015, 22.45 – 03.40 Uhr). „More than honey“, Markus Imbodens fulminante Recherche über das Bienensterben, mehrfach preisgekrönt, gibt es auf 3Sat (15.07.2015, 21.00-23.30 Uhr). Passend zur Urlaubszeit zeigt der WDR noch einmal Andreas Pichlers „Das Venedig-Prinzip“ darüber, wie eine Stadt in Touristenströmen ertrinkt (16.07.2015, 23.15-00.35 Uhr). Kevin MacDonald (bekannt geworden mit „Ein Tag im September“ über das Münchner Olympia-Attentat) hat eine Musikerbiographie über Bob Marley gedreht, „Marley“, die nicht bloß Hommage oder Hagiograpie ist (Arte, 18.07.2015, 22.10-23.05 Uhr). „Wolfskinder“ von Eberhard Fechner, seine letzte Arbeit von 1991 läuft auf Phoenix (18.07.2015, 22.30-00.30) und „Verräterkinder“ von Christian Weisenborn ist jetzt, da sich das Attentat auf Hitler vom 20.7.1944 jährt, mehrfach zu sehen (am 19.07.2015 um 11.15 im SWR); hier die Kritik. Und einige hier schon vorgestellte Filme sind noch deshalb aktuell, weil sie noch in den Mediatheken zu finden sieht. Wie etwa: „Gangsterläufer“ von Christian Stahl, eine Berlin-Neuköllner Kiezgeschichte – hier vorgestellt von Thomas Gehringer. „This ain’t California“ von Marten Persiel, eine gefakte Doku über ein angeblich wahres Lebensgefühl, auch hier vorgestellt von Thomas Gehringer. „Der Versicherungsvertreter Teil 2“ von Klaus Stern ist ebenso noch zugänglich (hier die Kritik von Barbara Sichtermann) wie die Geschichte des windigen Whistleblowers Falciani („Falciani und die Bankenrettung“, hier die Kritik) und auch der „Kampf um Tibet“ kann noch eingesehen werden. Und wem noch was fehlt – vielleicht zu finden unter „Was sonst noch läuft…“

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