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Highlights: Fassbinder, Vietnam-Erinnerung, Arbeit und Leben

In dieser Woche fällt die Suche nach interessanten Dokumentarfilmen recht ergiebig aus. Das dürfte auch mit der inzwischen obligatorischen medialen Spiegelung historischer Ereignisse und von Jahrestagen zurückzuführen sein.

Einer dieser Jahrestagsfilme ist „Fassbinder“ von Annekathrin Hendel. 35 Jahre ist es her, dass Rainer Werner Fassbinder im Alter von 37 starb. Er hat mehr Kino- und Fernsehfilme gedreht als er Lebensjahre hatte. Der Film läuft ab Donnerstag in den Kinos und wird ungewöhnlich früh auch im Fernsehen laufen, im Mai auf Arte, im Juni in der ARD. Eine Kritik zum Film folgt demnächst, auf die die TV-Ausstrahlungen wird wolfsiehtfern natürlich hinweisen.

40 Jahre ist es her, dass der Vietnamkrieg zu Ende ging. Er prägte eine ganze Generation. Die Erinnerung an dieses Datum begleitet das Fernsehen mit einer Fülle von Programmen. Auf den Film „Der Vietnamkrieg“ von Christel Fromm hat wolfsiehtfern schon hingewiesen, der WDR zeigt ihn am 1.5.2015. ZDF Kultur bestreitet am Mittwoch, den 29.04.2015 einen ganzen Abend mit drei Dokumentarfilmen von Hans-Dieter Grabe. Die drei Filme bauen aufeinander auf, der Sender programmiert sie merkwürdiger Weise in verdrehter Weise. Um 20.15 „Do Sanh – Der letzte Film“, ( hier die Kritik) in dem Hans-Dieter Grabes Protagonist Do Sanh stirbt, danach (21.45 Uhr) der immer enorm eindrucksvolle Film „Nur leichte Kämpfe im Raum Da Nang“ von 1970, in dem der Autor dokumentiert, welche Kriegsleiden der vietnamesischen Zivilbevölkerung auf dem deutschen Lazarettschiff „Helgoland“ behandelt werden. In diesem Film begegnet Hans-Dieter Grabe Do Sanh zum ersten Mal, einem schwer verletzten Jungen, dem der Arzt kaum Überlebenschancen gab. Und schließlich um 22.40 Uhr „Do Sanh und seine Freunde“, der die Rehabilitation von Do Sanh in einer deutschen Klinik erzählt. ZDF Kultur strahlt danach die Filme in eben dieser Reihenfolge in einer Wiederholungsschleife aus.

Der MDR zeigt am 30.04.2015 „Die lange Vietnamnacht“ aus, „tagesschau 24“ programmiert drei Filme zum Thema, darunter Marc Wieses „Das Mädchen und das Foto“, der der Entstehungs- und Wirkungsgeschichte das enigmatische Bild des von Napalm verbrannten Mädchens nachgeht. Hier die Kritik. Und die Folgen des Vietnamkriegs auf die amerikanische Gesellschaft dokumentiert eindrücklich „Vier Tote in Ohio“ von Claus Bredenbrok und Pagonis Pagonakis. ARD-alpha zeigt ihn am 01.05.2015 um 20.15 Uhr und der WDR am 04.05., gleichfalls um 20.15. Hier die Kritik.

Der WDR ist, soweit überschaubar, der einzige Sender, der zum Tag der Arbeit einen eigenständigen und eigens produzierten Film zum Thema ins Programm hebt: „Deine Arbeit, Deine Leben!“ ist ein Zuschauerfilm. Der Sender hatte sein Publikum aufgefordert, Videos über ihre Arbeit und ihren Arbeitsplatz zu schicken. Die Dokumentaristin Luzia Schmidt hat aus dem Material einen sehenswerten Film montiert, der nicht nur Momentaufnahmen aus dem Arbeitsleben launig aneinanderreiht, sondern zwischen den Bildern auch Reflexion zulässt darüber, was Arbeit in der heutigen Gesellschaft bedeutet und welche Rolle sie für die Menschen spielt. (WRD, 01.05.2015, 20.15 – 21.15 Uhr)

ARD-alpha wiederholt eines der große Fernseh-Ereignisse des vergangenen Jahres, „24 H Jerusalem“ – der Alltag in einer der spannungsreichsten Städte der Welt. Der Sender strahlt allerdings das Programm nicht wie in der Ursprungsform auch in einem 24-Stunden-Block aus, sondern sendet ab dem 28.4.2015 von Montags bis Donnerstags jeweils um 22.45 eine Stunde in der Reihenfolge des Tages. Hier die Kritik zum Event.

Auch schon länger nicht zu sehen war „Harlan – Im Schatten von Jud Süß“ von Felix Moeller, ein Film über Veit Harlan, der die übelsten Hetzfilme der Nazi-Zeit gedreht hat und über Film als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. (RBB, Di 28.04.2015, 23.30 Uhr). Hier die Kritik.

Einige der Filme, die noch in Mediatheken zugänglich sind, fehlen hier aus Platzgründen, z.B. die schon häufig empfohlenen Filme „Der Banker“, „Camp 14“ oder „Aghet“. Zugang zu den Filmen findet man über die Mediatheken der ausstrahlenden Sender. Hilfreich dzu ist die Website Mediathek View 8: sie zeigt, welche Filme noch in den Mediatheken stehen, man kann sie von dort aus streamen oder auch herunterladen. Zugang zu den Texten zu den Filmen stehen im Archiv von wolfsiehtfern.

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